Kategorie: Gesellschaft

Sprachkurs und dazugehöriges Projekt 👍 👎

Goedendag! In diesem Beitrag soll es ausnahmsweise nicht um Programmiersprachen, sondern um eine natürliche Sprache gehen. Seit einiger Zeit besuche ich beim Sprachenatelier Berlin den Abendkurs Niederländisch, welcher einmal wöchentlich am späten Abend in kleiner Gruppe stattfindet. Die Kurse orientieren sich am Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für den Fremdsprachenunterricht, wobei die einzelnen Sprachniveaus in mehrere Abschnitte unterteilt werden. Bereits der erste Kontakt verlief freundlich und zuvorkommend und unser (muttersprachlicher) Dozent vermittelt die Inhalte nicht nur sorgfältig, sondern auch sehr unterhaltsam. Begleitend zum Unterricht verwenden wir das Kursbuch Welkom! und das dazugehörige Übungsbuch. Die Inhalte sind klar strukturiert und durchaus ansprechend gestaltet. Für Fortgeschrittene besteht die Möglichkeit der Vorbereitung und Prüfung zum Certificaat Nederlands als Vreemde Taal (CNaVT), was auch mein Ziel darstellt.

Ich möchte an dieser Stelle aber primär gar nicht für diese(s) Unternehmen werben, sondern für eine leider recht wenig gelernte Sprache. Tatsächlich mussten die Kurse sogar schon mehrmals verschoben werden, da sich – wohlbemerkt in einer Großstadt wie Berlin – nicht genügend Teilnehmer fanden. Da ich mich insgesamt sehr für Sprachen interessiere, ist mir das Niederländische selbstverständlich bereits sehr früh aufgefallen. Abgesehen davon, dass man einiges "einfach so" versteht, bringt die sehr nahe Verwandtschaft zum (Nieder-)Deutschen – mit welchem ein Dialektkontinuum besteht – und Englischen auch interessante Beobachtungs- und Vergleichsmöglichkeiten mit sich. Die Aussprache gestaltet sich für deutsche Muttersprachler relativ einfach, ein paar Besonderheiten (z. B. ij oder ui) sind schnell verinnerlicht. Ich kann also nur empfehlen, sich einmal näher mit der Sprache unserer direkten Nachbarn auseinanderzusetzen. Nicht nur für den nächsten Urlaub, sondern möglicherweise auch als berufliche Perspektive.

Selbst wenn euch Niederländisch nun nicht unbedingt zusagen sollte, möchte ich mit diesem Beitrag unbedingt dazu ermuntern, sich näher mit der eigenen Sprache und anderen Sprachen auseinanderzusetzen. Sofern ihr weiterführendes Interesse habt, empfehle ich jedoch auf jeden Fall einen Sprachkurs in (kleinen) Gruppen vor Ort. Meiner Ansicht nach lässt sich damit auch in der heutigen Zeit am besten lernen, da ihr – zumindest bei gutem Unterricht – unmittelbare Rückmeldung zu eurer Aussprache erhaltet. Wesentliche Details könnten ansonsten schnell untergehen, da eine Sprache von mehr als nur Vokabeln lebt.

Ich werde zum Thema Sprache im Allgemeinen in einem separaten Beitrag noch etwas mehr schreiben. Zum Abschluss noch ein paar aus meiner Sicht interessante Verweise zur niederländischen Sprache:
Nederlands Meine kursbegleitende Webpräsenz zur niederländischen Sprache
 
buurtaal Sprach-Blog einer in Deutschland lebenden Niederländerin
Langenscheidt Deutsch-Niederländisch Wörterbuch
NEON Einführung in die Niederländische Sprachwissenschaft der FU Berlin
NiederlandeNet Informationsportal der Universität Münster
uitmuntend Wörterbuch
Wij spreken Nederlands Die 5000 wichtigsten Wörter
Wikipedia Niederländische Sprache
PS: Dieser Beitrag ist aus persönlicher Initiative heraus entstanden und ich erhalte dafür wie üblich keinerlei Ermäßigungen oder sonstige Begünstigungen von Seiten der genannten/verlinkten Unternehmen und Organisationen.

Podcast-Empfehlungen 👍 👎

Da ich sehr gerne Podcasts höre, möchte ich heute ein paar besonders erwähnenswerte Exemplare kurz vorstellen:

Alternativlos

In diesem Podcast sprechen Felix von Leitner und Frank Rieger über gesellschaftsrelevante Themen. Zu den bisherigen Themenbereichen gehörten beispielsweise Geheimdienste, Kernkraftwerke, Kryptographie, Verschwörungstheorien und Wirtschaft. Technische Details und Humor kommen dabei selten zu kurz, leider erscheinen die Folgen jedoch recht unregelmäßig und derzeit selten – aber das Warten lohnt sich, wie ich finde.

CRE

Als Chaosradio Express gestartet sicherlich einer der Klassiker des monothematischen Podcasts, bei dem die Gäste zusammen mit Tim Pritlove zu diversen Themen aus den Bereichen Kultur und Technik diskutieren. Die bisherigen Themenbereiche umfassten beispielsweise Computerspiele, Fernsehen, Kaffee, Nachrichtendienste, Programmiersprachen, Raumfahrt, Stadtplanung, Steuern und VoIP. Sehr detailreich und mit meist längeren Folgen, derzeit jedoch leider ebenfalls sehr selten neue Veröffentlichungen.

methodisch inkorrekt

Alle zwei Wochen treffen sich die Physiker Nicolas Wöhrl und Reinhard Remfort von der Universität Duisburg-Essen, um über meist aktuelle wissenschaftliche Veröffentlichungen zu sprechen. Bonus-Inhalte der meisten Sendungen sind das Experiment der Woche und das China-Gadget der Woche – mit interessanten Einsichten und mehr oder weniger nützlichen Gimmicks. Die Themen sind im naturwissenschaftlichen Bereich zu verorten. Derzeit auf jeden Fall einer meiner Favoriten, da nicht nur sehr lehrreich, sondern auch überaus unterhaltsam.

omega tau

Markus Völter und Nora Ludewig liefern hier einen ebenfalls monothematischen Podcast mit vielen Details zum jeweiligen Thema, wobei üblicherweise ein Gesprächspartner als Experte befragt wird. Zu den bisherigen Themen gehörten beispielsweise Eisenbahnsicherungstechnik, Evolution, Kohlenstoffschichten, Robotik, Seismologie, Strahltriebwerke und Wetterdatenerfassung. Besonders erwähnenswert ist außerdem, dass es Folgen auf Deutsch und Englisch gibt, wobei es sich um jeweils unterschiedliche Themen handelt.


Auf der Unterseite Links finden sich noch ein paar weitere erwähnenswerte Podcasts.

Dr. Azubi 👍 👎

Zwar möchte ich keine Ausbildung beginnen und bin auch sehr zufrieden mit meiner Stelle, aber aus Neugier lese ich hin und wieder manche Stellenanzeigen, die einem auf div. Portalen begegnen. Insbesondere, wenn es um Ausschreibungen für Auszubildende geht, muss ich mich manchmal aber nach der Ernsthaftigkeit dieser fragen.

Manchen Firmen wäre wohl ein 16-Jähriger mit Abitur, abgeschlossener Berufsausbildung für die Praxis und Hochschulstudium mit akademischem Grad sehr recht. Ein Führerschein sollte natürlich auch nicht fehlen, dann darf derjenige zur Not auch schon 18 Jahre alt sein. Ganz wichtig sind außerdem Kenntnisse in mindestens 3-4 Programmiersprachen und der Administration von Linux-Systemen, zwei gut beherrschte Fremdsprachen, Erfahrung im Umgang mit Kunden und alles andere, was wohl die wenigsten Personen unter 25-30 Jahren rein logisch überhaupt schaffen könnten.

Mir scheint, als wird hier des Öfteren der Anspruch mit dem Ziel verwechselt, einen jungen Menschen mit seinen Fähigkeiten zu fördern. Natürlich ist es sehr lobenswert, wenn einige Kenntnisse mitgebracht werden. Da sind selbstverständlich auch wir nicht abgeneigt und haben offene Ohren für alles, was bereits vorhanden ist. Letztlich ist es aber die Aufgabe des Betriebes, dieses ggf. vorhandene Wissen in Kombination mit der Berufsschule auszubauen. Einige suchen wohl leider offensichtlich lediglich billige Arbeitskräfte als Ersatz für eine angemessen bezahlte Vollzeitstelle für einen erfahrenen Entwickler oder sogar zwei. Auch bei allgemeinen Stellenangeboten fällt mir auf, dass hier im Rahmen der von Betriebswirtschaftlern gepredigten Optimierung gerne einzelne Personen für mindestens zwei Stellen gesucht werden. Ob das wirklich zielführend ist und zu mehr Effizienz beiträgt und somit langfristig Kosten senkt, bezweifle ich sehr. Aber darum geht es denen wohl auch nicht.

Zuletzt möchte ich aber auch an zukünftige Auszubildende appellieren, die Thematik ernst zu nehmen. Manchmal muss ich mich nämlich auch fragen, ob die Bewerbung von manchen Jugendlichen ernst gemeint ist.

Coaching 👍 👎

In letzter Zeit häufen sich in meinem Postfach bei einem bekannten Portal für geschäftliche Kontakte Angebote von mehr oder weniger fragwürdigen "Trainern", deren Angebote allesamt auf die Optimierung von Arbeitsprozessen und letztlich Kundenfang hinauslaufen. Aber auch insgesamt habe ich den Eindruck, dass sich immer mehr Leute dazu berufen fühlen, andere Menschen oder deren Tätigkeiten zu optimieren.

Insbesondere fraglich ist meines Erachtens nach auch, inwiefern sich ein selbsternannter Berater innerhalb weniger Stunden in einem fremden, komplexen Leben insoweit zurecht finden können möchte, um hier maßgebliche Verbesserungen vorzuschlagen, die über den gesunden Menschenverstand der zu beratenden Person hinausgehen. Von den oftmals horrenden Kosten ganz zu schweigen.

Nicht mehr nur befremdlich, sondern in gewisser Weise schon unverschämt finde ich Angebote, die vermitteln sollen, wie man rhetorische Mittel einsetzt, um geschickt Fragen ausweichen zu können und Produkte auch dann zu verkaufen, wenn sie der Kunde definitiv gar nicht brauchen kann. Ich versuche ja lieber mit überprüfbaren Argumenten zu überzeugen. Ist das nicht ohne Weiteres möglich, kann man Kompromisse durch Erfahrung treffen – oder es einfach ganz sein lassen. Manchmal gibt es auch einfach nichts zu "verbessern". Wer da mit normalen Mitteln nicht weiter kommt, sollte sich dringend fragen, ob dieser Weg der richtige ist, um eine vertrauensvolle Geschäftsbeziehung aufzubauen.

Warum nun jedoch trotzdem immer mehr "Führungskräfte" auf derartige Angebote anspringen, ist mir aus neutraler Position betrachtet rätselhaft. Wahrscheinlich gehört es in manchen Bereichen einfach nur zum guten Ton, sich "beraten" zu lassen. Hohe Preise suggerieren ja auch eine gewisse Qualität, oberflächlich betrachtet zumindest. Oder im Nachhinein, um vor sich selbst zu rechtfertigen, wieso man dieses Angebot wahrgenommen hat. Sehr beliebt bei den Präsentationen sind hauptsächlich inhaltsleere, aber mit englischen Stichworten durchzogene Absätze. Um meine Anwendungen zu optimieren, unterhalte ich mich jedoch lieber mit einem anderen Softwareentwickler und auch den Kunden. Und meine Arbeitsprozesse optimiere ich durch gemeinsame Gespräche mit Kollegen und Erfahrungsaustausch mit Freunden. Das ist auch deutlich billiger – nämlich kostenlos. Die Zeit müsste man ja ohnehin investieren.

Letztlich empfehle ich allen, sich lieber erst einmal mit den eigenen Kollegen ausführlich in lockerer Runde zu unterhalten, wo es überhaupt Probleme und Optimierungsbedarf gibt. Alles Menschliche sollte man soweit recht gut hinbekommen. Für technische Beratung gibt es Personen, die auch wirklich nachweislich etwas gelernt haben und oftmals auch gut vermitteln können. Und ob man beispielsweise ernsthaft einen "Social Media-Experten" benötigt, sei dem Leser zur Übung überlassen. Mir ist ein ehrlicher, aber dafür nicht bis ins Detail geplanter Auftritt auf jeden Fall deutlich lieber.

Eine kleine Anmerkung zum Schluss: Ich nenne absichtlich keine konkreten Beispiele und schon gar keine Links. Hauptsächlich, um Werbung für diese Angebote zu vermeiden, aber auch um keine übereifrigen Anwälte zu beschäftigen. Eine kurze Recherche im Internet liefert schneller als einem lieb sein kann entsprechende Angebote.

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