Kategorie: Softwareentwicklung

eMail mit C# versenden 👍 👎

Weil mich diese Frage recht häufig erreicht, möchte ich hier einmal festhalten, wie man eine einfache eMail mit C# versenden kann. PHP-Entwickler verweisen dabei gerne auf die kompakte mail(…)-Funktion.

Da das auch in C# sehr einfach ist, präsentiere ich direkt den Quelltext und setze verstärkt auf Auflistungsinitialisierer, womit sich die relevanten Stellen quasi von selbst kommentieren:
eMail mit C# versenden
0102030405060708091011121314151617181920
  // SMTP-Client zum MailserverSmtpClient client = new SmtpClient("mail.domain.tld") {      // Authentifizierungsdaten setzen    Credentials = new NetworkCredential() {        UserName = "Benutzername",        Password = "Passwort"    }};
// Nachricht erstellenMailMessage message = new MailMessage() { From = new MailAddress("absender@domain.tld", "Absender"), Subject = "Test", Body = "Text"};
message.To.Add(new MailAddress("empfänger@domain.tld", "Empfänger"));
// Nachricht versendenclient.Send(message);
Wer keine weiteren Ansprüche wie HTML-Inhalt, Datei-Anhänge etc. hat, kann das eigentliche Senden durchaus auch mit einem Einzeiler – ähnlich wie in PHP – ohne das Erzeugen einer MailMessage bewerkstelligen:
eMail mit C# versenden (ohne MailMessage)
0102
  // Nachricht versendenclient.Send("absender@domain.tld", "empfänger@domain.tld", "Test", "Text");
Für weitere Informationen zum Thema sollte man sich hauptsächlich den Namensraum System.Net.Mail im MSDN näher ansehen. An dieser Stelle auch noch einmal der Hinweis darauf, Ressourcen wieder freizugeben, worauf ich bei meinen Beispielen für gewöhnlich verzichte, um den Fokus auf das konkrete Beispiel zu legen.

"??"-Operator in C# 👍 👎

In meinem Beitrag zu NULL für Werttypen in C# hatte ich bereits beschrieben, wie man Werttypen in C# (z. B. bool, int) indirekt dazu bewegen kann, auch null zu akzeptieren, was ansonsten ja nicht möglich ist.

Nun kann es hin und wieder (z. B. zur Arbeit mit externen Bibliotheken) jedoch notwendig sein, diesen Wert einer Variable grundsätzlich gleichen Typs zuzuweisen, die jedoch kein null akzeptiert. Behelfen kann man sich in derartigen Fällen selbstverständlich mit Konstrukten wie diesem:
Zuweisung ohne ??-Operator
010203040506
bool? isValid = null;
bool isRealValid = false;if(isValid.HasValue) { isRealValid = isValid.Value;} // "isRealValid" enthält "false", wenn "isValid" (ebenfalls) "false" oder "null" ist
Etwas kompakter geht es jedoch mit dem ??-Operator (nicht zu verwechseln mit dem ternären ?:-Operator):
Zuweisung mit ??-Operator
01020304
bool? isValid = null;
bool isRealValid = isValid ?? false;// "isRealValid" enthält "false", wenn "isValid" (ebenfalls) "false" oder "null" ist
Der Wert hinter dem Operator dient also als Ersatzwert für null. In beiden Fällen gilt jedoch zu beachten, dass die ursprüngliche Semantik nicht erhalten bleibt. Einem reinen Werttyp kann nun einmal kein null zugewiesen werden, d. h. man muss sich für diesen Fall einen angemessenen Ersatz (z. B. -1 für int) suchen.

Im Übrigen funktioniert das mit beliebigen Referenztypen (deren Wert schließlich immer null sein darf), womit sich beispielsweise bequem Standardobjekte zuweisen lassen:
Standardobjekt per ??-Operator zuweisen
01020304050607080910
/** * "dbUser" soll z. B. aus einer Datenbank * kommen, wurde dort jedoch nicht gefunden.**/User dbUser = null;
User user = dbUser ?? new User() { Nickname = "Gast", IsGuest = true}; // "user" ist ein Gast, wenn "dbUser" auf "null" steht

Mehrdimensionale und verzweigte Felder in C# 👍 👎

Eindimensionale Felder in C# sind schnell eingeführt und verwendet, dazu hatte ich auch schon einmal etwas im Zusammenhang mit PHP geschrieben. Bei den weiteren Varianten des Arrays in C# kann man grundsätzlich zwischen zwei Möglichkeiten unterscheiden: Mehrdimensionale und Verzweigte ("Array von Arrays"). Wir möchten uns daher beide einmal näher ansehen und beginnen zuerst mit dem mehrdimensionalen Feld:
Mehrdimensionales Feld
0102030405
int[,] matrix = new int[,] {    {11,12,13,14,15},    {21,22,23,24,25},    {31,32,33,34,35}};
Während es sich bei eindimensionalen Feldern mathematisch betrachtet um Vektoren handelt, handelt es sich hierbei um eine m*n-Matrix (mit 3 Zeilen und 5 Spalten); analog dazu wären auch dreidimensionale Gebilde etc. möglich. Wichtig zu erkennen ist an dieser Stelle, dass es sich tatsächlich um eine rechteckige Anordnung (nicht jedoch zwangsläufig um eine quadratische) handelt, d. h. jede Zeile besitzt gleich viele Spalten.

Wir können anschließend wie folgt damit arbeiten:
Elemente durchlaufen
0102030405060708091011121314151617181920212223242526272829
  // Verschachtelte Schleifenfor(int m = 0; m < 3; m++) {      // Zeilen    for(int n = 0; n < 5; n++) {  // Spalten        /**         * matrix[m, n] enthält das         * entsprechende Element.        **/    }}
// Einfache Schleifefor(int i = 0; i < matrix.Length; i++) { // matrix.Length = (3 * 5) /** * matrix[i / 5, i % 5] enthält * das entsprechende Element. * * C++-Entwickler mögen an dieser Stelle * an *(*matrix + i) denken, was man bei * C# jedoch nur "unsafe" bekommt. **/}
// FOREACH-Schleifeforeach(int x in matrix) { /** * "x" enthält nun das * entsprechende Element. **/}
Eine weitere Möglichkeit sind nun die sog. verzweigten Felder:
Verzweigtes Feld
0102030405
int[][] data = new int[][] {    new int[] {11,12,13},    new int[] {21,22,23,24},    new int[] {31,32,33,34,35}};
Bereits die Initialisierung verdeutlicht sehr gut, dass es sich wie bereits erwähnt um ein Array von Arrays handelt, wobei jeder Eintrag nun ein Feld "beliebiger" Länge sein kann. Beim Durchlaufen – diesmal im Allgemeinen natürlich nur noch mit verschachtelten Schleifen möglich – wird dies noch einmal dadurch betont, dass wir die entsprechende Length-Eigenschaft (auch) für die innere Schleife nutzen können (und werden):
Elemente durchlaufen
01020304050607080910111213141516171819
  // FOR-Schleifenfor(int i = 0; i < data.Length; i++) {    for(int j = 0; j < data[i].Length; j++) {        /**         * data[i][j] enthält das         * entsprechende Element.        **/    }}
// FOREACH-Schleifenforeach(int[] i in data) { foreach(int j in i) { /** * "j" enthält nun das * entsprechende Element. **/ }}
Derartige Felder werden übrigens oft auch "jagged array" genannt. Zuletzt sei noch erwähnt, dass sich beide Formen durchaus auch kombinieren lassen. Weitere Informationen und Beispiele gibt es wie üblich im MSDN.

Alphabetischer Index mit C# und LINQ 👍 👎

Häufig kann es sinnvoll sein, eine Liste nach Anfangsbuchstaben gruppiert darzustellen. Dies kann unter C# in Verbindung mit LINQ sehr einfach und elegant geschehen, wozu wir wie üblich ein kleines Beispiel durchgehen.

Konkret möchten wir Personen nach Anfangsbuchstabe von LastName gruppiert und darin wiederum nach LastName sortiert ausgeben. Auf Grund der Trivialität der Klasse verweise ich auf das im Artikel zu Eigenschaften in C# präsentierte Beispiel und fahre direkt mit der Liste fort:
Liste von Personen
01020304050607080910111213141516171819202122
List<Person> personList = new List<Person>() {    new Person() {        FirstName = "Harald",        LastName = "Müller"    },    new Person() {        FirstName = "Helga",        LastName = "Schmidt"    },    new Person() {        FirstName = "Karl",        LastName = "Schneider"    },    new Person() {        FirstName = "Olaf",        LastName = "Fischer"    },    new Person() {        FirstName = "Saskia",        LastName = "Weber"    }};
Nun führen wir die Gruppierung ganz einfach per GroupBy(…) aus und speichern dies mit den dazugehörigen Listen per ToDictionary(…) direkt in ein Dictionary:
Liste gruppiert abspeichern
010203
Dictionary<char, List<Person>> personStructure = personList    .GroupBy(p => p.LastName[0])  // Gruppierung nach erstem Buchstaben des Nachnamens    .ToDictionary(k => k.Key, v => v.ToList());
Anschließend können wir die Struktur beispielsweise durchlaufen und auf einer Webpräsenz ausgeben:
Struktur durchlaufen
01020304050607080910
foreach(KeyValuePair<char, List<Person>> data in personStructure) {    // "data.Key" enthält den Anfangsbuchstaben
foreach(Person person in data.Value.OrderBy(p => p.LastName)) {
/** * "person" enthält nun jeweils eine zu eben * diesem Anfangsbuchstaben passende Person. **/ }}
Das Ergebnis einer solchen Vorgehensweise lässt sich u. a. in der neuen Ansicht der Bezirkszuordnungen auf meinem Städteportal für Berlin und Hamburg betrachten. Für diese einfache Darstellung kommt übrigens noch ein zusätzlicher kleiner LINQ-"Trick" mit Select(…) zum Einsatz. Für unser Beispiel könnten wir dazu die innere Schleife schlicht durch Folgendes ersetzen und damit Vor- und Nachname per Komma separiert ausgeben:
Einfache Zeichenketten-Konkatenierung
01
String.Join(", ", data.Value.Select(p => p.FirstName + " " + p.LastName));

XML-Dokumentationskommentare in C# 👍 👎

Zwar nutzt sicherlich jeder sehr gerne die von Visual Studio eingeblendeten Kommentare während der Entwicklung mit dem .NET-Framework, bei vielen Projekten herrscht hier jedoch häufig akuter Mangel. Dabei wird einem dies für Standardkommentare besonders einfach gemacht.

Ihr müsst dazu lediglich über eine Klasse oder beliebigen Member davon (z. B. Eigenschaft, Methode) drei Schrägstriche ("///") in Folge schreiben, worauf Visual Studio automatisch einen passenden XML-Kommentarblock erstellt, den ihr vervollständigen könnt. Am besten sehen wir uns ein "fertiges" Beispiel an:
Klasse "Person" mit XML-Dokumentationskommentaren
01020304050607080910111213141516171819202122232425262728293031
/// <summary>/// Stellt eine Person dar./// </summary>public class Person {    /// <summary>    /// Liefert den Vornamen oder legt diesen fest.    /// </summary>    public string FirstName {        get;        set;    }
/// <summary> /// Liefert den Nachnamen oder legt diesen fest. /// </summary> public string LastName { get; set; }

/// <summary> /// Lässt die Person sprechen. /// </summary> /// <param name="textToSay">Text, der gesprochen werden soll.</param> public void Say(string textToSay) { /* * Implementierung für Beispiel nicht notwendig. */ }}
Alle wesentlichen Bestandteile (insbesondere Rückgabewerte und Parameter) lassen sich separat beschreiben, wobei es zusätzlich immer eine Zusammenfassung gibt. Diese Informationen werden bei Verwendung dieser Klasse nun angezeigt, ganz so wie man es von integrierten Typen kennt.

Als besonders nützlich stellt sich dies selbstverständlich dann heraus, wenn die Klasse (beispielsweise als Bestandteil einer Programmbibliothek) weitergegeben und von anderen Entwicklern verwendet werden soll. Hier gibt es jedoch noch eine kleine Hürde zu bewältigen, denn unsere – mehr oder weniger – mühsam erstellten Kommentare überleben den Kompilierungsvorgang nicht. Ihr könnt Visual Studio jedoch anweisen, eine separate XML-Datei hierfür zu erstellen, welche ihr zusammen mit der DLL weitergeben könnt. Ihr findet die entsprechende Einstellung in der Projektkonfiguration unter Erstellen -> XML-Dokumentationsdatei.

Wie üblich gibt es weitere Informationen zur Verwendung im MSDN, insbesondere eine Tag-Übersicht.

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