Coaching 👍 👎

In letzter Zeit häufen sich in meinem Postfach bei einem bekannten Portal für geschäftliche Kontakte Angebote von mehr oder weniger fragwürdigen "Trainern", deren Angebote allesamt auf die Optimierung von Arbeitsprozessen und letztlich Kundenfang hinauslaufen. Aber auch insgesamt habe ich den Eindruck, dass sich immer mehr Leute dazu berufen fühlen, andere Menschen oder deren Tätigkeiten zu optimieren.

Insbesondere fraglich ist meines Erachtens nach auch, inwiefern sich ein selbsternannter Berater innerhalb weniger Stunden in einem fremden, komplexen Leben insoweit zurecht finden können möchte, um hier maßgebliche Verbesserungen vorzuschlagen, die über den gesunden Menschenverstand der zu beratenden Person hinausgehen. Von den oftmals horrenden Kosten ganz zu schweigen.

Nicht mehr nur befremdlich, sondern in gewisser Weise schon unverschämt finde ich Angebote, die vermitteln sollen, wie man rhetorische Mittel einsetzt, um geschickt Fragen ausweichen zu können und Produkte auch dann zu verkaufen, wenn sie der Kunde definitiv gar nicht brauchen kann. Ich versuche ja lieber mit überprüfbaren Argumenten zu überzeugen. Ist das nicht ohne Weiteres möglich, kann man Kompromisse durch Erfahrung treffen – oder es einfach ganz sein lassen. Manchmal gibt es auch einfach nichts zu "verbessern". Wer da mit normalen Mitteln nicht weiter kommt, sollte sich dringend fragen, ob dieser Weg der richtige ist, um eine vertrauensvolle Geschäftsbeziehung aufzubauen.

Warum nun jedoch trotzdem immer mehr "Führungskräfte" auf derartige Angebote anspringen, ist mir aus neutraler Position betrachtet rätselhaft. Wahrscheinlich gehört es in manchen Bereichen einfach nur zum guten Ton, sich "beraten" zu lassen. Hohe Preise suggerieren ja auch eine gewisse Qualität, oberflächlich betrachtet zumindest. Oder im Nachhinein, um vor sich selbst zu rechtfertigen, wieso man dieses Angebot wahrgenommen hat. Sehr beliebt bei den Präsentationen sind hauptsächlich inhaltsleere, aber mit englischen Stichworten durchzogene Absätze. Um meine Anwendungen zu optimieren, unterhalte ich mich jedoch lieber mit einem anderen Softwareentwickler und auch den Kunden. Und meine Arbeitsprozesse optimiere ich durch gemeinsame Gespräche mit Kollegen und Erfahrungsaustausch mit Freunden. Das ist auch deutlich billiger – nämlich kostenlos. Die Zeit müsste man ja ohnehin investieren.

Letztlich empfehle ich allen, sich lieber erst einmal mit den eigenen Kollegen ausführlich in lockerer Runde zu unterhalten, wo es überhaupt Probleme und Optimierungsbedarf gibt. Alles Menschliche sollte man soweit recht gut hinbekommen. Für technische Beratung gibt es Personen, die auch wirklich nachweislich etwas gelernt haben und oftmals auch gut vermitteln können. Und ob man beispielsweise ernsthaft einen "Social Media-Experten" benötigt, sei dem Leser zur Übung überlassen. Mir ist ein ehrlicher, aber dafür nicht bis ins Detail geplanter Auftritt auf jeden Fall deutlich lieber.

Eine kleine Anmerkung zum Schluss: Ich nenne absichtlich keine konkreten Beispiele und schon gar keine Links. Hauptsächlich, um Werbung für diese Angebote zu vermeiden, aber auch um keine übereifrigen Anwälte zu beschäftigen. Eine kurze Recherche im Internet liefert schneller als einem lieb sein kann entsprechende Angebote.

RSS-Feed für Blog-Beiträge 👍 👎

Ab sofort könnt ihr die Beiträge des Blogs auch bequem per RSS-Feed abonnieren.

Den Link dazu findet ihr rechts unter den Kategorien, bzw. direkt über euren Browser.

Linux oder Windows 👍 👎

Vorweg sei erwähnt, dass ich mit diesem Beitrag nicht vorhabe, eine hitzige Debatte zu (Un-)Gunsten eines bestimmten Systems zu starten. Davon gibt es mit gewisser Regelmäßigkeit wohl bereits genug im Internet. Dennoch stellt sich in meinem Beruf natürlich oft die Frage, was denn nun zum Einsatz kommen soll. Nicht zuletzt sorgen auch häufige Fragen von Bekannten und Freunden oftmals für entsprechende Diskussionen. Grund für diesen Beitrag ist hauptsächlich der, dass ich mit meist verwundertem Blick gefragt werde, warum ich denn einen Windows-Server für meine Projekte einsetze und kein Linux, wie das so "üblich" sei.

Ich hatte vor einigen Jahren tatsächlich sogar einen dedizierten Debian-Server. Ich war mit diesem auch durchaus zufrieden, bin jedoch primär Softwareentwickler und kein Systemadministrator. Wer sich praktisch täglich mit Linux-Distributionen beschäftigt, wird also sicherlich anderer Meinung als ich sein und das finde ich auch völlig legitim. Ich persönlich konnte mich jedoch nie damit anfreunden, zur Einrichtung einer neuen Webpräsenz einige Konfigurationsdateien bearbeiten und Pakete installieren zu müssen, was bei mir mit gewisser Häufigkeit auch mit Neukompilierungen verbunden war. Wenn man dann ein System nicht genau kennt, kann so etwas durchaus frustrierend werden. Und nicht zuletzt gefährlich, wenn es um die Sicherheitsaspekte geht.

Ich verwende meinen Server hauptsächlich zur Veröffentlichung eigener Projekte, definitiv aber nicht für Massenhosting. IIS unter Windows Server bietet mir hierfür eine äußerst komfortable Oberfläche zur Konfiguration dieser Anwendungen, die ich meist direkt aus Visual Studio veröffentliche ("Web Deploy") oder aus NetBeans per FTP übertragen lasse. Entsprechende Konten und Berechtigungen kann ich mit wenigen Mausklicks und ein paar Eingaben einrichten. Sicherlich gibt es unter Linux entsprechende Befehlsketten, um so etwas ähnlich schnell zu erledigen. Ich persönlich möchte mich damit aber ehrlichgesagt nicht ganz so weit beschäftigen. Ich möchte meine Anwendungen auf einer soliden Basis veröffentlichen können und genau das bietet mir Windows Server in jeglicher Hinsicht. Weitere PHP-Versionen, unabhängig für jedes Projekt zu konfigurieren, sind dabei ebenso unkompliziert einzurichten, wie ein FTP-Account oder eine komplett neue Webpräsenz. Da ich sehr viel mit C# (auch in Verbindung mit ASP.NET) arbeite, ist die Wahl eines Windows-Servers ebenfalls naheliegend.

Ich setze privat Windows 7 ein und kann glücklicherweise auch im Büro mit Windows arbeiten. Wir hatten dort ein längeres "Experiment" mit Debian und Fedora für die Arbeitsplatzrechner durchgeführt, welches jedoch eher mäßig verlief. Kleinigkeiten, bei denen ich unter Windows sofort die Lösung weiß, sind mir unter Linux-basierten Systemen einfach nicht geläufig. Natürlich könnte ich mir dieses Wissen aneignen, aber wie bereits erwähnt ist das nicht unbedingt mein Interessensbereich. Die Produktivität war dementsprechend eher gering, da wir uns vor diversen Arbeiten erst einmal um das System selbst kümmern mussten, statt um die eigentlichen Projekte.

Sicherlich ist das nun kein Eintrag, der zur allgemeinen Erleuchtung beiträgt. Ich wollte jedoch einmal meine Motivation erläutern, wieso ich persönlich Windows anderen Systemen vorziehe. Das liegt selbstverständlich nicht daran, dass ich diese schlecht finde oder es gar tatsächlich wären. Ich bin jedoch mit Windows aufgewachsen und bin sehr gerne bereit, einen gewissen Betrag dafür zu investieren, wenn ich dafür stundenlange Zusatzarbeit vermeiden kann. Sicherlich ist Windows auch nicht für jeden Bereich zweckdienlich, das muss es aber ja auch gar nicht. Es gilt wie so oft die Situation zu analysieren und das für den Zweck beste Mittel zu wählen. So wird man vielleicht Kunden, die oft auch entsprechende Umgebungen gewohnt sind, möglicherweise auf einen Debian-Server legen, wogegen die eigene Firmenanwendung für Reseller oder ein bestimmtes Portal auf einem Windows-Server veröffentlicht wird. Man hat schließlich die Wahl.

Ich persönlich verfolge natürlich entsprechende Diskussionen in Foren des Öfteren (sofern sie nicht zu sehr in Unsinn ausarten). Mir fällt dabei oft auf, dass manche Teilnehmer mit Sachen argumentieren, die mir zuletzt aus Windows XP bekannt sind. Nicht jedoch unter Windows 7 oder Windows Server 2008 R2, die ich einsetze. Insbesondere ein ehemaliger Arbeitskollege, der einige Jahre Weiterbildungen für Administratoren in Microsoft-basierten Netzwerkumgebungen durchgeführt hat, konnte mir einige Details näher bringen, die man als durchschnittlicher Anwender von Windows meist gar nicht weiß und vermissen könnte, wenn man sie nicht findet.

Ich denke also, dass die meisten Systeme ihre spezifischen Stärken (und Schwächen) haben, die es für jedes Vorhaben abzuwägen gilt. Um Gerüchten vorzubeugen: Dass ich nichts zu Mac geschrieben habe liegt im Übrigen hauptsächlich daran, dass ich damit noch deutlich weniger Erfahrung als mit Linux habe und dementsprechend nicht sehr viel dazu sagen kann.

Willkommen auf meiner persönlichen Webpräsenz 👍 👎

Nachdem ich seit Jahren nur mehr diverse Projektseiten betreibe habe ich mich spontan dazu entschieden, mir auch wieder eine persönliche Seite zu erstellen. Ihr findet hier einige Informationen zu meiner Person, meiner Tätigkeit, meinen Projekten und ein paar weitere Sachen, die ich erwähnenswert finde.

Passend zu meiner kleinen Seite habe ich dazu diesen Blog erstellt, in dem ich vorhabe, hin und wieder ein paar Dinge loszuwerden. In welche Richtung sich das Ganze entwickelt und wie oft ich dazu kommen werde, etwas zu schreiben, kann ich leider noch nicht genau sagen. Auf jeden Fall werden die Themen Softwareentwicklung und Technik im Allgemeinen nicht zu kurz kommen. Aber auch ein paar Gedanken zu aktuellen Entwicklungen der Gesellschaft dürften ihren Platz finden. Ich würde mich auf jeden Fall über Leser und Kommentare freuen. Sehr gerne könnt ihr mir auch Vorschläge zu möglichen Themen, die euch evtl. interessieren, zukommen lassen.

Für die Technik-Interessierten: Diese Webpräsenz basiert auf ASP.NET MVC (Razor) mit C# und verwendet eine MySQL-Datenbank, auf die per ADO.NET Entity Framework und LINQ zugegriffen wird. Ausgeliefert wird schließlich alles per IIS unter Windows Server 2012 R2.

Projektverweise

Kategorien / Archiv  |  Übersicht RSS-Feed

Schlagworte

Suche