Windows-Bibliotheken und NAS 👍 👎

Bei vielen Benutzern scheinen die Windows-Bibliotheken immer noch für mehr Verwirrung als Nutzen zu sorgen. Da ich diese jedoch sehr gerne verwende, möchte ich einen konkreten Anwendungsfall am Beispiel meines tatsächlichen lokalen Netzwerkes im Zusammenhang mit einem NAS erläutern.

Die Ausgangssituation stellt sich so dar, dass ich in meinem Heimnetzwerk sowohl mit einem stationären Rechner arbeite, als auch mit einem Netbook. Da ich meist für die gleiche Arbeit beide Geräte abwechselnd nutze, ergibt sich natürlich umgehend das Problem, die Daten synchron zu halten. Naheliegenderweise besitze ich deshalb zusätzlich ein NAS (für Interessierte: es handelt sich um eine Synology DiskStation*).

Ich habe dazu gemeinsame Ordner für öffentliche Bilder, Dokumente, Musik, Podcasts und Videos angelegt. Da es durchaus auch Dateien gibt, die nicht jeder sehen muss, besitzt jeder angelegte Benutzer auf dem NAS zusätzlich ein home-Verzeichnis. Auf die weiteren – durchaus interessanten – Möglichkeiten des NAS möchte ich nun aber gar nicht weiter eingehen, sondern den Komfort im Zusammenhang mit den Windows-Bibliotheken erläutern; genauer nehmen wir uns die "Bilder"-Bibliothek vor. Standardmäßig zeigt diese nach der Installation von Windows auf die Ordner "Eigene Bilder" (C:\Users\{BENUTZER}\Pictures) und "Öffentliche Bilder" (C:\Users\Public\Pictures).

Mein NAS habe ich nun so konfiguriert, dass die gemeinsamen Ordner als Freigabe zur Verfügung stehen. Für am System angemeldete Benutzer steht außerdem das bereits erwähnte Heimverzeichnis zur Verfügung. Die Bibliotheken habe ich so abgeändert (was ganz einfach über den Eigenschaften-Dialog möglich ist), dass die alten Verzeichnis-Zuordnungen entfallen sind und stattdessen die öffentlichen Freigaben und die entsprechenden Pfade innerhalb meines Heimverzeichnisses eingetragen wurden. Den privaten Ordner habe ich darüber hinaus als Standardspeicherort festgelegt.

Praktisch kann ich nun also genauso wie zuvor arbeiten (insbesondere verhält sich dies Programmen gegenüber weitestgehend transparent), mit dem Unterschied, dass ich nicht mehr auf lokale Daten zugreife, sondern auf das NAS. Durch die Festlegung des Standardspeicherortes auf meine persönliche Freigabe landen alle auf die Bibliothek gezogenen Dokumente (zumindest erst einmal) automatisch dort. Dennoch habe ich aber über die Bibliotheken auf alle Dateien über einen Ort im Windows Explorer Zugriff, wobei ich einzelne Dateien jederzeit beispielsweise von meinem privaten in den öffentlichen Ordner verschieben kann, ohne mir um den konkreten Speicherpfad Gedanken zu machen. Ebenfalls kann nun der Zugriff von allen Geräten auf die gleiche Weise erfolgen, womit im Normalfall (man kann natürlich alles provozieren) keine Inkonsistenzen entstehen können. Für Besitzer eines Windows Phone (wie mich) ist außerdem praktisch, dass Zune – genauso wie der Windows Media Player – standardmäßig ebenfalls auf diese Bibliotheken zugreift und dadurch alle Medien problemlos auch dafür und damit auch zur Synchronisierung mit dem Smartphone zur Verfügung stehen.

Wer ebenfalls per VPN Zugriff auf ein externes Netzwerk (beispielsweise des Unternehmens) hat, kann dessen Freigaben auch einer solchen Bibliothek hinzufügen und so auch darauf zentral zugreifen. Dies finde ich auf jeden Fall deutlich komfortabler über Bibliotheken als die Auswahl über div. Netzlaufwerke. Zugegebenermaßen muss man aber wohl sagen, dass dieser Vorteil erst in ähnlichen Umgebungen wie in meinem Anwendungsfall voll zur Geltung kommt. Sofern man lediglich mit einem Rechner und ohne Netzwerkspeicher arbeitet, d. h. wahrscheinlich sowieso alle Dateien in den eigenen Ordnern ablegt, wird man von den Windows-Bibliotheken tatsächlich nicht wesentlich profitieren. Sie stören meines Erachtens nach aber auch nicht, wenn einem das Konzept der Zusammenführung verschiedener Pfade unter einem virtuellen bewusst ist.

Wer sich für die technischen Details der Bibliotheken interessiert, findet deren Definition übrigens im Verzeichnis C:\Users\{BENUTZERNAME}\AppData\Roaming\Microsoft\Windows\Libraries; die *.library-ms-Dateien enthalten XML-Code.


*) Nein, ich erhalte für diesen Link kein Geld. Smiley: tongue_out


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