Versionierung (Ergänzung: Alpha und Beta) 👍 👎

Ergänzend zu meinem älteren Beitrag zur Versionierung erreichte mich die Frage, wie ich es mit Alpha- und Beta-Versionen (und ggf. weiteren Unterscheidungen) bei den Entwicklungsstadien von Anwendungen halte.

Sofern ich unfertige (Haupt-)Versionen vorab veröffentliche, verwende ich lediglich die beiden bereits genannten Merkmale. Mit separaten Freigabekandidaten arbeite ich üblicherweise nicht und unterscheide wie folgt:

  • Alpha: 1, 2, …

    Dieses Merkmal bedeutet für die Version ein weitestgehend vollständig lauffähiges Programm, von dem es mir sinnvoll erscheint, dass es von vielen Personen getestet wird. Bei diesem Stand steht die wichtigste Funktionalität bereits zur Verfügung; es kann jedoch zu Erweiterungen der Funktionalität kommen, sofern diese von einer gewissen Anzahl der Anwender und mir selbst als sinnvoll erachtet wird und keiner einschneidenden Änderungen bedarf. Fehler können hin und wieder in seltenen Situationen auftreten.

  • Beta: 1, 2, …

    Dieses Merkmal bedeutet für die aktuelle Version grundsätzlich das Ende funktionaler Erweiterungen. Die Anwendung läuft in den meisten Situationen möglichst fehlerfrei, sodass bereits von einer weitestgehend stabilen Anwendung zu sprechen ist. Durch die weiteren Rückmeldungen sollen nun beispielsweise noch Details der Oberfläche verbessert, Performanzoptimierungen durchgeführt und ggf. verbliebene Probleme sehr spezieller Anwendungsfälle korrigiert werden.


In allen Fällen ist mir jedoch wichtig darauf hinzuweisen, dass weder Alpha- noch Beta-Versionen aus meiner Sicht für einen sinnvollen Einsatz unbedarfter Anwender gedacht sind, sondern explizit für Experten zur Verfügung gestellt werden, die mit auftretenden Problemen professionell umzugehen wissen, um wertvolle Rückmeldung zur Entwicklung geben zu können (und nicht etwa Frust zu erzeugen). Natürlich dürfen gerne auch weniger versierte Benutzer Rückmeldungen – beispielsweise zur Benutzerführung – geben.

Ich bin also durchaus dafür, potentielle Anwender in den Entwicklungsprozess einzubeziehen, halte aber nicht viel davon, Kunden als Qualitätssicherung zu missbrauchen. Das konkrete Vorgehen kann sich natürlich bei einzelnen Projekten unterscheiden. Web-Anwendungen, die ich selbst pflege und kein Benutzer ernsthaften Schaden befürchten muss, gebe ich sehr gerne etwas früher frei (ganz zu Beginn beispielsweise auch nur für Bekannte), als Anwendungen, die der Benutzer auf eigenen Systemen einrichten und ggf. pflegen muss.


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